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Unglücklich verliebt – was mir wirklich geholfen hat.

7. Juli 2024

Wer kennt es nicht: Das Gefühl unglücklich verliebt zu sein? Mir ist es sehr vertraut. Zu Schulzeiten war ich fast 6 Jahre lang in Leonie, eine Mitschülerin verknallt – ohne dass sie je aus meinem Mund davon erfahren hat. Ich war nicht in der Lage, mit der Anziehung, der Attraktion, die ich gespürt habe, gut umzugehen. Diese Schwierigkeit hat sich wie ein roter Faden durch mein junges Erwachsenenleben gezogen – ich war unglücklich verknallt in verschiedene Mitbewohnerinnen, Kommilitoninnen, Freundinnen, Bekanntschaften und fast immer überfordert damit. Aus keiner dieser unglücklichen Liebschaften ist etwas geworden.

Um eines schonmal vorwegzunehmen – heute komme ich ganz gut mit Anziehung und Attraktion klar. Das kribbelige Gefühl, die Aufregung, bleibt. Aber ich bin darüber mit mir selbst und den Menschen, an die sich die Anziehung richtet, in Kontakt. Und das fühlt sich RICHTIG gut an. Ich mache schöne und heilsame Erfahrungen damit. Der Weg dorthin zu kommen war nicht ganz leicht. In diesem Artikel stelle ich dir die Schritte vor, die mich zu meinem heutigen Selbstbewusstsein im Umgang mit Anziehungen geführt haben.

Schritt 1: Annehmen, dass da Attraktion in mir ist

Für mich war es einer der wichtigsten Heilungs-Schritte, die Attraktion, die ich spüre, in mir selbst anzunehmen. Es geht sicherlich nicht jedem Menschen so, doch für mich war es so, dass ich mich aufgrund meiner Erfahrungen in der Jugend und Schulzeit mit meinen Wünschen nach Kontakt, Intimität und Sexualität selbst abgelehnt habe. Ich habe mich falsch gefühlt mit meiner Anziehung. So als ob sie nicht da sein dürfte.

Ein besonders heilsames Erlebnis hatte ich in einem Männerkreis bei einem Liebesforschungs-Seminar. Im für mich sicheren Kreis der anderen Männer habe ich ausgesprochen, dass ich mich schlecht damit fühle in den Gruppenraum zu kommen und erstmal abzuchecken, wen ich attraktiv finde und wen nicht. Der Leiter fragte in Runde, wem es genauso ginge wie mir (also mit dem Abchecken). Alle Hände wurden in die Luft gestreckt. Ah – ich war also nicht allein damit und irgendwie komisch.

Nach und nach habe ich die Anziehung, die ich spüre, als einen wertvollen Impuls annehmen gelernt. Als etwas Schönes.

Ein Schritt zurück: Alte Wunden heilen

Diesen Schritt zurück bin ich auf meinem Heilungsweg immer wieder gegangen. In frühere Beziehungen. In meine Jugend. In meine Kindheit. In die Beziehung zu meinen Eltern. In alte Muster, die mir aus meiner Ahnenreihe weitergegeben wurden. Immer wieder innehalten, alten Schmerz spüren und vollenden und dann mit neu gewonnener Kraft und Zuversicht weitergehen – dieses Vorgehen hat sich für mich bewährt und ist ganz natürlich entstanden. Gute Begleitung war dabei für mich essenziell. Durch Freundinnen und Freunde, Seminare, professionelle Unterstützung und – am wirksamsten – durch eine bewusste, unterstützende Gemeinschaft ❤️.

Schritt 2: Attraktion aussprechen und in Kontakt bringen

Es ist Mittagspause bei einem Seminar. Mein Herz klopft laut in meinem Brustkorb. „Claudi – kann ich dich zu einem Experiment einladen?“ frage ich eine andere Teilnehmerin, während noch weitere Menschen mit am Tisch sitzen. Sie stimmt zu. Ich zögere noch kurz und sage dann: „Ich merke, dass ich dich anziehend finde. Ich wollte einfach mal ausprobieren, wie es ist, das in Kontakt zu bringen.“

So sah eines meiner ersten „Experimente“ damit aus, Attraktion einfach auszusprechen. Damals haben mir noch ein, zwei der Lernschritte gefehlt, die ich weiter unten beschreibe. Aus dem Experiment ist kein näherer Kontakt mit Claudi gefolgt. Dennoch war es eine wertvolle Erfahrung für mich. Zum einen, weil ich mich selbst als mutig (und damit selbstwirksam) erlebt habe – ich bin nicht gestorben und wurde auch nicht verurteilt für meine Anziehung. Zum anderen, weil ich die ständig kreisenden Gedanken darum, dass ich sie ja ansprechen könnte, losgeworden bin.

Wenn du selbst ähnliche Hemmungen hast, wie ich sie damals hatte, ist es vermutlich einer der schwierigsten Schritte, den Mut zu fassen, den Menschen, an den deine Attraktion gerichtet ist, direkt anzusprechen. Die Erfahrung hat sich für mich allerdings fast immer gelohnt. Trotz vielen nicht-erwiderten Anziehungen gab es viele „Danke, cool dass du das aussprichst“ oder ähnliche Formen der Wertschätzung. Und mit der Zeit sind auch immer mehr schöne und auch intime Begegnungen entstanden. Wenn dir die „freie Wildbahn“ zu gefährlich ist, gibt es auch gute Orte (Seminare, Workshops) bei denen du den Umgang mit deiner Anziehung in geschütztem Rahmen lernen kannst.

Schritt 3: Was will ich mit diesem Menschen eigentlich erleben? Klarheit statt Bedürftigkeit

Was ich bei Claudi (und vielen anderen Versuchen) noch nicht so klar hatte war die Antwort auf die Frage: „Was möchte ich eigentlich mit diesem Menschen erleben? Und warum genau mit diesem Menschen?“

Die Antwort darauf ist aber verdammt wichtig für einen klaren Kontaktwunsch – der oft auch als attraktiv empfunden wird. Möchte ich ein Gespräch? Möchte ich Kuscheln? Möchte ich Knutschen? Tanzen? Sex? Möchte ich mit dem Menschen durch die Gegend tollen und nackt in den nächsten See springen?

Wenn diese Klarheit fehlt, neigen wir dazu, nur aus unserer Bedürftigkeit heraus in Kontakt zu gehen. Es ist natürlich okay, dass die da ist. Unsere Bedürftigkeit hat oft mit Erfahrungen von Mangel im Laufe unseres Aufwachsens zu tun. Es tritt dann nicht das Erwachsene Du in Erscheinung, sondern ein bedürftiger, vielleicht verletzter Anteil in dir – ein Inneres Kind. Dieses Innere Kind möchte von dir selbst gehalten und geheilt werden. Das kannst du auch in Kontakt mit anderen Menschen machen, zum Beispiel indem du dich von Freunden unterstützen und halten lässt.

Wenn die Anziehung, die du ausdrücken möchtest, von deinem bedürftigen Inneren Kind durchtränkt ist, dann ist das für andere Menschen in der Regel ziemlich unattraktiv. Die meisten Menschen wünschen sich ein erwachsenes Gegenüber, gerade wenn es um Attraktion, Erotik, Sex und Partnerschaft geht.

Gewinne innere Klarheit darüber, was du möchtest und mit wem du es möchtest. Und welche inneren Anteile noch beteiligt sind, wenn du Anziehung spürst. So kannst du bedürftige innere Kinder von den Erwachsenen Wünschen in dir differenzieren. Für mich war es ein sehr wichtiger Schritt, die eigene Bedürftigkeit in mir zu halten oder mich z.B. von Freunden darin halten zu lassen und mit einem klaren Kontaktwunsch meine Attraktion auszudrücken.

Alltagstaugliches Beispiel gefällig? „Hej, ich finde dich echt anziehend und habe Lust dich näher kennen zu lernen. Hast du Lust auf einen Spaziergang/Kaffee/ein Date?“

Schritt 4: Selbstbewusstsein entwickeln

Was bedeutet es für dich, selbstbewusst zu sein? Jeder Mensch wird diese Frage anders beantworten. Für meinen Umgang mit Anziehung war die Entwicklung eines gesunden Selbst-Bewusstseins wichtig. Die ersten 3 Schritte in diesem Artikel tragen schon zu seiner Entwicklung bei – sich selbst annehmen lernen, Mut fassen sich in Kontakt zu bringen, Klarheit über die eigenen Wünsche gewinnen.

Für mich war es daneben auch wichtig herauszufinden, wer ich eigentlich als Mann sein möchte. Die Identifikation mit meinem eigenen Geschlecht war nicht immer leicht – oft hatte ich in meinem Leben die Erfahrung gemacht, nicht „Mann genug zu sein“. Mein Mann-Sein anzunehmen und zu entwickeln – ganz individuell und doch in Verbindung mit der Grundqualität des Typen, des archetypischen Bildes, war und ist sehr wichtig für mich. Daraus ist beispielsweise nach einem Prozess mit meiner Selbstablehnung die Affirmation entstanden: „Ich bin ein Mann, der weiß, was er will, wen er will, der das zeigt und dafür geht. Ich bin ein Mann, der in sich ruht und gestaltet.“

Oft habe ich erlebt, dass es für Menschen, die Schwierigkeiten im Ausdruck ihrer Anziehungen haben, wichtig ist, ihr individuelles Frau-Sein oder Mann-Sein kennenzulernen, anzunehmen und zu entwickeln.

Dein Weg zu Selbstbewusstheit in deinem Umgang mit Attraktion kann natürlich ganz anders aussehen. Für mich war es auch noch wichtig, mich selbst attraktiv fühlen zu lernen. Mich zum Beispiel auch so anzuziehen, dass ich mich selbst attraktiv fühle. Sport zu machen. Und das ohne äußere Zwänge, sondern ganz aus mir selbst heraus.

Schritt 5: Klarheit und Loslassen

Mal angenommen, da ist ein Mensch, den du attraktiv findest – und es knistert auch zwischen euch. Vielleicht habt ihr euch schonmal geküsst, miteinander geschlafen, schöne Zeiten miteinander verbracht. Du wünschst dir aber mehr. Dein Gegenüber ist da unklar. Es geht nicht weiter. Und du bleibst lieber in dem, was du gerade mit diesem Menschen hast, als wirklich in Kontakt zu bringen, was du dir mit ihm oder ihr wünschst.

Diese Erfahrung habe ich vor nicht allzu langer Zeit gemacht. Mein Gegenüber war mir gegenüber unklar, mit dem, was sie will – und aus Angst, etwas zu verlieren, habe ich selbst keine Klarheit eingefordert. Als mir diese Dynamik bewusst geworden ist, habe ich den Entschluss gefasst, meinen Wunsch nach tieferem Kontakt und Beziehung auszusprechen. Nachdem ich diese Klarheit in mir gefunden und ausgesprochen habe, habe ich auch endlich eine klare Antwort erhalten. Es war ein „Nein“ – wenn auch schöner formuliert :-).

Wenn du für Klarheit gehst, wirst du eventuell eine Erfahrung machen, die erstmal weh tut. Aber du weißt dann wenigsten wirklich, woran du bist. Du schaffst Platz in deinem Leben für die Menschen, die dir wirklich begegnen wollen. Wenn du dich klar positionierst, ist das für dein Gegenüber sichtbar – der andere kann auf dich Bezug nehmen, muss sich vielleicht sogar selbst positionieren, wenn er oder sie sich das vorher noch nicht getraut hat.

Und eine schöne Möglichkeit möchte ich nicht vergessen: Vielleicht merkst du durch deine Klarheit ja auch erst, dass der andere Mensch genauso Bock auf dich hat, wie du auf ihn oder sie.

Deine eigene Klarheit ermöglicht dir am Ende auch loszulassen – von etwas, was deinen eigenen tieferen Wünschen im Weg steht. Wenn du dir tiefe Partnerschaft wünscht macht es wenig Sinn, dich mit weniger „zufrieden zu geben“.

Deine Klarheit ist wie ein Pfeil, den du in Richtung deines Zieles abschießt. Du wirst merken ob der Pfeil bei der anderen Person ins Schwarze trifft – oder an ihr vorbeifliegt, um an anderer Stelle zu landen.

Zu guter Letzt: Attraktion genießen

Vielleicht tust du es schon – ich lerne es immer mehr: Anziehung genießen! Ist das nicht ein wunderschöner Impuls, der da in dir pocht, als Schmetterlinge durch deinen Bauch fliegt und hinaus in die Welt strahlt? Etwas in dir möchte sich verbinden, Abenteuer erleben, sich ausprobieren, knutschen, kuscheln, durchbrennen – und das ist wunderschön.

Suchst du nach Entwicklungsräumen zu Themen rund um Liebe, Partnerschaft, Beziehung? Möchtest du dich selbst überwinden und neue, wertvolle Erfahrungen machen? Dann haben wir hier zwei wundervolle Möglichkeiten für dich:

Auf dem Conscious Creation – Festival gibt es eine liebevolle Community und viele Workshops, unter anderem Frauen- und Männerkreise, einen Forschungsraum zu Intimität und Kontakt und noch viel viel mehr. Check doch mal das Programm aus!

Das Innenarbeitskollektiv hat verschiedene Angebote, die dich in deinen Prozessen und Herausforderungen unterstützen können: Von Prozessbegleitung, über Aufstellungsarbeit, einem Liebesforschungsraum bis hin zu unserer Open-Heart-Ceremony: Zum Innenarbeitskollektiv.

von Markus

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